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Pathognostik \
kein Fortschritt der Humanität
Der Mensch ist wesentlich ein Gewaltwesen, Gewalt ist der Kern seiner Selbstkonstitution. Insofern werden die Menschen immer versuchen, sich gegenseitig auszulöschen.
kein Fortschritt der Humanität
"Abschließend erlaube ich mir, für die düstere Totaleinsicht inständig zu werben, nämlich dass Mensch, mitsamt seinen Göttern/seinem Gotte, sich selbst mitnichten je gewachsen zeigte; und es deshalb auch nicht Wunder nehmen muss, dass er, der Sterbliche, Leidensstigmatisierte sich als Gewaltwesen schlechthin ausnimmt. Und meine verschreckte Rede darüber, sie macht die unbeliebteste Kritikform, Kritik ohne Alternative, bloß den sich in sich zurückziehenden Krisisnachweis, aus. (...) Ich glaube nicht an die Freud'sche »leise Stimme der Vernunft«, wohl aber kenne ich ihr - »Vernunft« zu nennendes? - beherztes Flüstern passager im Wirken des schaffenden Todes, der Eros-Einlage Kultur. Ebenso wenig, entsprechend, glaube ich an den Fortschritt in Sachen Humanität, also der Minderung destruktiver Gewalt, der es fällig machte, dass wir die folgenden Generationen um Pardon für unsere einschlägigen Verfehlungen bäten."
Ausführungen zur Psychoanalyse der Gewalt; in: Violentiae. Beiträge zur Pathognostik der Gewalt, 52
 
 
 
Verweise
 
Die Situation der Menschheit stellt sich aus Sicht der Pathognostik dar als ein fatales Verhängnis ohne Alternative. Man kann es wissen – aber das ist dann auch schon alles.
Der Widerspruch zwischen Selbstbewusstsein als Anspruch auf Selbstverfügung und Sterblichkeit macht den Menschen zu einem Gewaltwesen, Gewalt als Ausdruck der Unmöglichkeit, diesen Abgrund zu schließen.
Pathognostik