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Psychopathologie \
phobische Aneignung des Dingarkanums
Die Phobie ist der Verlust der Distanz zu einem Ding, indem dessen innere Gewaltförmigkeit angeeignet wird. Der Phobiker will selbst zu diesem Ding werden. Dadurch zerbricht die Möglichkeit seines unbefangenen Gebrauchs.
Phobien
"Die phobisch gebundene Angst signalisiert die also gebrauchsbestrafte Untat, den allzeit kriegerisch destruktiven Nukleus des phobischen Objekts zu inkorporieren. Deshalb obliegt es, therapeutisch, die abgedeckte Martialität desselben zu ermitteln, um den Phobiker als den Usurpator derselben in die Pflicht zu nehmen; ohne jedoch, daß das Ablassen davon den festgesetzten Blick auf diese den objektiven Kriegscharakter, jemals erübrigte."
Moral in Psychoanalyse; in: Pathognostische Studien XII, 225f.
Genealogica Bd. 45. Essen: Die Blaue Eule. 2013
Begriffe: Phobie,Krieg,
 
 
 

Verweise
 
Das phobische Objekt isoliert sich und fällt aus seinem Gebrauchszusammenhang heraus. Dadurch öffnet sich seine Gewaltförmigkeit, die sich der Objektivierung verschuldet. Dieses Wissen sucht sich zu verschließen, indem das phobische Objekt inkorporiert wird, wodurch sich das Subjekt mit der im Objekt verkörperten Schuld auflädt.
Wäre Schlaf oder Wachen ohne den Traum der Verlust der Repräsentation und damit das Anhaften des Dings am Körper und dies die Phobie?
Psychopathologie