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Pathognostik \
psychoanalytische Ausweitungen
Für eine pathognostische Rationalitäsgenealogie bedarf es unter anderem der Ausweitung der Narzissmusstheorie auf Sexualität und den Verdauungsprozess und die Einbeziehung des Todestriebs als Zusammenhang von Sadismus/Exkrementation und Objektkonstitution.
psychoanalytische Ausweitungen
"Wollte man das ganze Inferno der Vernunft genealogisch nachzeichnen, so bedürfte es im Zusammenhang der Psychoanalyse einschneidender Maßnahmen (...). Diese beständen, mit traditionellen Titeln bezeichnet, in der - anti-mentalistischen, real-metabolischen und re-sexualisierten - Radikalisierung der Narzißmustheorie sowie, engstens damit zusammenhängend, in der Aufnahme der Todestriebhypothese sogleich im Bezug auf - zumal dingliche - gesellschaftliche Objektivität. Um nun in diese Reformdimensionen einzutreten, bedarf es der Ausweitung des sadistischen/zynischen Exkremental-Paradigmas aufs Ganze des menschlichen sterblichen Körpers. Alles was an ihm auf Vergänglichkeit hinweist - und ausnahmslos alles, Sexualität wohl in erster Linie tut dies ja -, ist unter dem rationalistischen Fundamentalanspruch der Selbstautarkie ein Dauerskandal. Der Fluch allen Fleisches, vom Wissen verhängt; das Selbstbewußtsein als der Todestrieb sodann selber."
Zynismus-Diskussion; in: Kaum 2, 77
 
 
 
Verweise
 
Die Pathognostik ist keine Alternative der Psychoanalyse, sondern ihre Subversion. Das, was die Psychoanalyse auf der Subjektseite zusammengetragen hat (Ödipuskomplex, Narzissmus, Todestrieb), geht auf die Objektivitätsseite über.
Pathognostik versteht sich als Genealogie und wendet sich gegen die Trennung von Genesis und Geltung, indem das objektiv Gegebene auf seine inneren Entstehungsbedingungen befragt wird.
Ödipuskomplex, Narzissmus und Todestrieb sind sich steigernde Austragungen des Absolutheitsphantasmas (Ersetzung der Eltern, Zerstörung des Anderen, Verkörperung des Todes).
Insofern sich Selbstbewusstsein als Selbsttransparenz versteht, sich als Grund seiner selbst reflexiv zu vergewissern glaubt und so alles Fremde/Andere in sich aufhebt, ist es die narzisstische Gestalt des Todestriebs.
Pathognostik