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Passagen
Psychopathologie \
psychotische Transsubstantiation
Wenn sich in der Psychose das Verhältnis von Körper und Dingen derart umkehrt, dass die toten Dinge lebendig werden und der lebendige Körper tot, dann wird der produktive Ursprung der Dinge angezapft, in dem die Dinge aus einer Tötung entstehen.
Vertauschung von Leben und Tod
"Es gelingt dem Psychotiker nicht, die toten Dinge tot sein zu lassen, und umgekehrt ebensowenig den lebendigen Körper lebendig. Er befürchtet permanent - so drücke ich mich gerne aus - die »Transsubstantiation« derselben. Weshalb? - Weil alles Tote Getötetes sei und also auf Rache lauere; obzwar das Lebendige, der apriorische Verfolger dann, sich als ebenso unaushaltbar gibt. (Pathologisch aber ist dieses Gebaren bloß als nackte Pointe von Normalität bezüglich des Produktionsmotivs!)"
Todesbeschwörung. Zum Problem des Organischen, philosophisch und psychopathologisch; in: Pathognostische Studien VIII, 117
Genealogica Bd. 32. Essen: Die Blaue Eule. 2003
 
 
 

Verweise
 
Die Psychose versucht sich die Gewalt anzueignen, der sich die Objektivität/Normalität verdankt. Dies ist die Gewalt der Repräsentation, die sich in dieser Usurpation selbst zerstört.
Transsubstantiation legt den Übergang vom Körper zu den Dingen und von den Dingen zum Körper offen, indem sie diese Differenz einebnet, die Abstand haltende Repräsentation aussetzt. Die Dinge werden lebendig und der Körper tot.
Psychopathologie