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Pathognostik \
scheiternde Selbstverfügung
Menschwerdung ist grundlose Nichtung, die das Sein generiert. Diese Grundlosigkeit verschließt sich in der Dingproduktion, die brüchig ist in Pathologie und Intellektualität.
aus dem Nichts entlassen
"Die Hominisation beruht auf dem Ungrund ihrer selbst, imponiert - in genauem Wortsinn - als Nichts-Geschöpf. Ferner: Wir sind, im ebenso suspendierten historisch-zeitlichen Betracht, während ihres Verlaufs nicht dabei, jedoch mit der Notwendigkeit ihrer synchronen Reproduktion betraut, ohne die das Nichts sich zur todgeweihten Seinsentlassung nicht bewegen ließe. Und die durchschnittliche Epikalyptik dieser Wiederholungsverhältnisse erfährt - felix culpa - ihre in ihr selbst noch gehaltene Auflassung, einen Riss, als Psychopathologie und deren autonomen Parasiten Intellektualität, so wie hier vollzogen. Schibboleth der Hominisation: die Dinglichkeit, der Dingfetisch demnach, kurzum, wie wenn dies trivial wäre, Kultur. Deren Gnomos: Du - Nichts - nimmst die Dinge weg, in Staub zerfallen sie - die Körper."
Todestrieb - Programm einer Revision; in: Todesnäherungen, 62
Düsseldorf: Peras Verlag. 2007
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Verweise
 
Gewalt und Schuld prägen die Entstehung der Dinge und machen eine Versöhnung von Mensch und Welt unmöglich. Ein Abgrund von Feindschaft trennt den Menschen von der Welt und in Krankheit manifestiert sich dieser Abgrund.
Die Existenz des Menschen ist ausweglos: zerrissen zwischen Sehnsucht nach Erlösung und der hoffnungslosen Auslieferung an die eigene Sterblichkeit. Dieser Widerspruch lässt ihn scheitern und entfaltet sich als sein Zerstörungspotenzial.
Die Selbstwerdung des Menschen ist ein Absturz auf sich selbst, eine narzisstische Selbsterzeugung, die sich der inzestuösen Vernichtung des maternalen Heterons verdankt, um sich als Wiedergeburt aus dem Vater zu vollenden.
Pathognostik