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Pathognostik \
unauflösliche Entfremdung
Gewalt und Schuld prägen die Entstehung der Dinge und machen eine Versöhnung von Mensch und Welt unmöglich. Ein Abgrund von Feindschaft trennt den Menschen von der Welt und in Krankheit manifestiert sich dieser Abgrund.
unauflösliche Entfremdung
"Die Bestreitung der Möglichkeit diesseitiger Versöhnung von Mensch und Welt oder Subjekt und Objekt markiert tatsächlich die Differenz ums Ganze zwischen negativer Dialektik und Pathognostik. Diese diagnostiziert mit dem »Vorrang des Objekts« nicht mehr eine historisch überwindbare Entfrem­dung, sondern eine ontologische Fremdheit des seiner Objektwelt ausge­lieferten Subjekts, welches auch in der lebendigen Natur keinen kreatürlich Verbündeten mehr erkennt. Dieses denaturierte Subjekt erkrankt »hylisch« und »psychisch« an den toten Dingen, deren kosmische Übermacht es spüren läßt, daß auch die menschgeschaffene Welt eine verfehlte Schöp­fung ist. Das intuitive Schamgewissen des Kranken erschließt sich so als esoterisches Wissen um die Objektivationsschuld des Dinggottes, in solcher symptomatisch demonstrativen Schuldanmahnung liegt der Subversions­charakter von Krankheit beschlossen."
Rückstände, 128f.
 
 
 
Verweise
 
Die Existenz des Menschen ist ausweglos: zerrissen zwischen Sehnsucht nach Erlösung und der hoffnungslosen Auslieferung an die eigene Sterblichkeit. Dieser Widerspruch lässt ihn scheitern und entfaltet sich als sein Zerstörungspotenzial.
Pathognostik