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Passagen zu: Gottesphantasma

"»Trieb« konzentriert sich im Ödipuskomplex (Sexualität), in Narzissmus und Todestrieb (Aggression). Je unterschiedlicher, progressiv metaphysischer (das ist auf die ultima ratio abzweckender) Akzentuierung bringen diese das (Gottes)Phantasma, rein sich selbst sein eigener Ursprung zu sein, zuwege. Was aber heißt, dass diese Triebdarstellungen selbst schon Abwehrarten sind, der Triebbegriff in den einer Urdefensive ... ⇒ [mehr]

"Etwas verursachen, das heißt, dieses verschulden; das Verursachte verschuldet sich seiner Ursache; die Rückführung eines verursachten Etwas auf seine Ursache, das ist jenes Schuldeingeständnis. (Allzeit der »Satz des Anaximander«!). Wie aber muss sodann die Verschuldens­instanz, die Ursache, gar die letzte, schuldbetreffend beschaffen sein? (So die ganze Gotteswiderlegung als höchster Beweis auch:) Indem sie alle Schuld strictissime ... ⇒ [mehr]

"Für die besagte Indifferenzierung aller Differenzen, wenn Sie so wollen: das Gottesphantasma, steht psychoanalytisch auf triebtheoretischem Niveau der »Ödipuskomplex«, also der Inzest/die Inzeste, immer als scheiternde Versuche, auf Absolutheitskurs den eigenen Ursprung anzueignen; sodann der »Narzißmus« und zuletzt, leider nicht recht aufgenommen, der »Todestrieb« (recht eigentlich der sich brechende, sich in Gewalt hinein ... ⇒ [mehr]

"Inbegriff nämlich aller dreier Triebversionen: die menschliche Gottes­begierde und Gottesnot der Absolutheit, der Indifferenz, psychoanalytisch markant: des Inzests, der Selbstgebärung, sich selbst sein eigener Ursprung zu sein - kognationsgenerisch generationssexuell: der Ödipuskomplex; derselbe, als - wie autonome - Innenbewegung allzeit nothaft imperialer Selbstreferenz: der Narzissmus; derselbe, auf seinen ... ⇒ [mehr]

"»Trieb« = Selbstoriginarität, zunächst eingeschränkt auf generations­sexuellem ödipalen Niveau (Selbst-die-Elternsein); dergestalt überwertigste - zur Generalisierung neigende - Narzißmusklimax; vollendet im »Todestrieb«, der wahnhaften Assimilation des Letztmovens dieser Gottesausgeburten, der Absolutheitsschimären, des - vorgestellt entzugsgaloppierenden - Todes. Unsere Sterblichkeit wäre demnach so etwas wie der aoriginäre ... ⇒ [mehr]

"Die repräsentationsermöglichende Sperre zwischen mir und meinen »Objekten der Begierde« gerät ins Schwimmen, ja schwindet gar. Das macht meine Insistenz auf der peremtorischen Possession derselben, das erfüllend letale Einswerden damit, so als ob es vergönnt wäre, die inzestuöse Bewußtlosigkeit des Tiefschlafs und, letztlich ohne Ende, des vorgestellten Todes hyperrepräsentativ - Endanmaßung des »Todestrieb« - existieren zu ... ⇒ [mehr]

"Organismusgenerisch pathogen rückeinschneidet sich das Ding in den Körper (»en soi« in »pour soi«, Nichts in Sein) und veranlaßt derart diesen, instantan sich in jenes hineinzutotalisieren. Was, wenn es gänzlich gelänge, ja das Gottesphantasma, der Tod wäre. Organismusgenerisch in einem jedoch pathogen gibt sich dieser (vor)grundlegende Metaphysikprozeß immer dann, wenn sich Körper und Ding, zunächst seinsförderlich ... ⇒ [mehr]

"Das Ursprungssujet aber all dieser Verhältnisse [Eucharistie, Drogen, Sucht] ist die Körperlichkeit der Subsistenzsexualität, der Verdauung, die sich in dieser totalisierenden Opferekstatik projektiv prothetisiert und wiederum introjiziert. Gilt doch das Verdauungssystem als Pflanzenanteil des menschlichen Organismus, gesteuert von dem Teil des Nervensystems, das traditionell das vegetative heißt. Freilich sind diese Bezeichnungen mehr als ... ⇒ [mehr]

"Die besagte »Urschuld«, die »Erbsünde«, die mit dem Tode bestrafte kreatürliche Gottesanmaßung, treibt den Gottesbegriff als die Errettung vor diesem fundamentalen Vergehen hervor: die schiere »Unsterblichkeit«, Grundartefakt dann aber, das nicht nicht wiederum, abgeleitet, ob seiner notwendigen Anmaßung, nichts als verschuldet. Und so gerät man, spitzenmenschlich, vom Regen der Urverwerfung in die Traufe der unabdingbar höchst ... ⇒ [mehr]

"»Tödlicher Wunschweg des Körpers in die Leiche«, »Nichts-widersprüchliche Seinsbegehrlichkeit« - was soll das? Kaum aber wird ein Weg an der Unterstellung vorbeiführen können, daß der (womit?) »verklebte, ja verkeilte« Körper unnachlaßlich davon wunschträumt, sich als lebendige Leiche letztzuvervollkommnen, einszuwerden nämlich mit seinem toten Double, um dessen Todesmächtigkeit, sich im Ganzen entschuldend, innezuwerden. Hier ... ⇒ [mehr]

"Allemal, im voraus schon, sterben muß die Hoffnung auf die (nach meiner Terminologie: »todestriebliche«) Parierungsmacht des Gottesphantasmas, der Absolutheitsblende vor dem Todestrauma; nur daß das daraus hervorgehende, ja, Nichts sich, fraglos sich dementierend, auf der Stelle auffüllt mit der überquellenden Masse des, zumal phantasmatragenden, Todesmasken-Ringsherum der Dinge (des allzeit wiederauferstandenen Gottessohns); nur deren Tod ... ⇒ [mehr]

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