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Passagen zu: Inzest

"Wir glauben unterdessen, wenigstens dies schon psychoanalytisch von der Musik zu wissen: daß sie regressiv-akustisch vor dem vollen Anblick des Vater-Dritten ausweicht, bis in die Lautumhülltheit des Mutterleibes flieht, aber doch mittels des dorthin durchaus mitgenommenen unentbundenen Vater-Dritten aktivste mimesis an alle Mutterlaute in eigener Regie leistet. Es ist, wie man meinen könnte, eine mildere Form von Inzest, identisch außerdem ... ⇒ [mehr]

"Die Ichautonomisierung stellt sich, todestriebbelehrt generationssexuell, als Vatermord und Mutterinzest und, resultativ, das filiale autonome Ich als paternale Mutterleiche heraus. Und sein Untergang liegt in nichts anderem als der Eskamotierung dieser Mordsgeschäfte, der Einhüllung des Ich, dieses kriminellen Über-Lebensdokuments, mit dem Gewaltmantel der Autonomie." ... ⇒ [mehr]

"Die Inzestvollendung aber ist der Tod. Was aber heißt, daß im Ultimatum der Wunscherfüllung der Wunsch mit seiner Sanktion vernichtend/vernichtet eins wird und, als Tod, die absolute Grenze selbst ausmacht, eine Grenze also, die keine ist: die das in sich unbegrenzte menschliche Leben in sich verendlicht." ... ⇒ [mehr]

"Für die besagte Indifferenzierung aller Differenzen, wenn Sie so wollen: das Gottesphantasma, steht psychoanalytisch auf triebtheoretischem Niveau der »Ödipuskomplex«, also der Inzest/die Inzeste, immer als scheiternde Versuche, auf Absolutheitskurs den eigenen Ursprung anzueignen; sodann der »Narzißmus« und zuletzt, leider nicht recht aufgenommen, der »Todestrieb« (recht eigentlich der sich brechende, sich in Gewalt hinein ... ⇒ [mehr]

"Im Register der Generationssexualität stellt der Inzest die zu Bruch gehende Überwertigkeit der Spontaneität dar: das göttliche Selbst-alles-sein, in den Count-down zum Tode umgeschlagen. Spontaneität decouvriert sich so als zutiefst kollapsisch ♂ homo-sexuell: letale Opferung des Anderen des Geschlechts, des sexuellen heteron, um des eigenen Bestandes, der Groteske seiner Absolutheit willen." ... ⇒ [mehr]

"Die Reservat-Gehalte des Unbewußten sind die Inzeste - traditionell psychoanalytisch an erster Stelle der Mutter-Sohn-Inzest - als die nach ihrem Schweregrad gestuften, letztlich tödlichen Weisen der Anmaßung des Ursprungs/des ausschließlichen Selbstbezugs." ... ⇒ [mehr]

"Bitte, unterstellen Sie das Gesamt des Metabolismus, der Nutrition, dem »Begehren«, d. i. der Passion des restlosen (restlosen!) Einswerden mit dem Nutriment, dem oralen Grundinzest, der subsistentiell basalen Indifferenz. Kein Weg führt daran vorbei, sofern diese Supposition sich ja als Seinsgenerator schlechterdings vor-gibt, wenngleich, dawider, tödlich ausfiele, wenn diesem Ursprungssog nicht in sich und durch sich selbst Einhalt geboten ... ⇒ [mehr]

"So nominiert sich, aus der männlich filialen Zentralperspektive, der prekäre Tiefschlafsog (NREM) als Mutter-Sohninzest. Letal, wenn nicht aufgehalten, so, wie mechanisch, übergehend, dem erinnerungsbaren Vortraumschlaf ([N]REM) korrespondent, in die »Homöusie«, den Vater-Sohninzest. Um sich darauf - »Rücksicht auf Darstellbarkeit« - in der Hybridität des, wie kontingenterweise, erinnerbaren Traumschlafs (REM), geschwisterinzestuös, ... ⇒ [mehr]

"Daß die Rationalitätsbildung (und -erhaltung) adaptives Grundkriterium ist, bedarf keiner weiteren Demonstration; ein Vergleich dieser kriterialen Transfigurationsform mit den übrigen substratidentischen Formen (etwa der künstlerischen) erwiese ihre Hegemonie sogleich, eine Hegemonie freilich immer nur im systematischen Zusammenhang mit diesen andersartigen Transfigurationen. Per rationem - im Sinne der naturwissenschaftlich-technischen ... ⇒ [mehr]

"Sohn-Mutter-Inzest/oral-inkorporativ, Vater-Tochter-Inzest/anal-eliminativ, Bruder-Schwester-Inzest/urogenital-demonstrativ, sowie nicht weniger deren notorisch prävalent zugleichgenerierte gegenständliche Korrespon­denzen: Konsumtion, Produktion, "Aufzeichnung" (...) - allzeit der im töch­terlich koprophagischen Selbst(Selbst) fürs erste aufgefangene Einverlei­bungs­transvestismus - die Mutterwerdung des Sohnes -; wenn man es so will: ... ⇒ [mehr]

"Die Ausgangskonstellation - filiale Zentralperspektive - sei der Mutter-Sohn-Inzest; und dessen dingliches Kulturkorrelat die Konsumtion. Woher aber rühren die beiden ersten Bezugsgrößen Mutter und Sohn? Und muß es nicht ungereimt scheinen, dass so die Konsumtion den Anfang macht, wo sie notorisch doch, folgend auf Produktion und Zirkulation/Tausch/»Aufzeichnung«, am Ende steht? Ferner kommen Kompabilitätsnöte zwischen dem unterstellten ... ⇒ [mehr]

"Das System der Inzeste - selbst schon die Ödipusmythe gibt dafür mehr her, als die psychoanalytische Vereinseitigung auf den allzeit familial hypostasierten Mutter-Sohn-Inzest suggeriert. Gleichwohl steht diese Inzestart am Anfang, nämlich als Elternvernichtung durch den »erstgeborenen« Sohn: Vatermord und Mutterinzest, Absperrung der Exogamie, Herkunftsinkorporation - der ganze Wahn der Absolutheit. Allein, der also vergöttlichte Sohn ... ⇒ [mehr]

"Zumal der prägenitalen Subsistenzsexualität sei ihre schuldchargierte Todeswürde rückerstattet - sie bleibt ja mitnichten auf infantile Entwicklungsphasen restringiert, setzt sich körperlich bis zum Ende, destruktiv Lebenswege ebnend, fort -, secundum ordinem zuerst der Nutrition, der inzestuösesten aller sexuellen Maßnahmen, todestrieblich-konkretistische 'action directe' der Anderen-Zerstörung als Selbst-Erhaltung (vs. genital-sexuell: ... ⇒ [mehr]

"Zunächst filial, von der Zentralperspektive des Sohnes her ausgeführt, entspricht dem Tiefschlaf der Mutter-Sohn-, dem unerinnerlichen Traumschlaf der Vater-Tochter- und dem erinnerbaren Traum der Geschwisterinzest. Einzig der letztere macht, als Traumerinnerung, den phänomenalen Raum aus, von dem her sich die vorangehenden Bewußtlosigkeiten wie Voraussetzungen, die verschoben und entstellt in die Traumrepräsentation zudem einzugehen ... ⇒ [mehr]

"Die Wundermetabasis der Inzeste, inbegrifflich des apostrophierten Letztinzests, in absolvente Dinglichkeit hinein setzt sich zwar als der große Befreiungsschlag namens materielle Kultur in Szene, schleppt jedoch in deren Arkanum, kryptisch, das Insgesamt der inzestuösen Unbilden, reifizierter Sprengstoff, weiterhin mit sich herum - und harrt so der martialischen Emanzipation. (Psycho)pathologie nun hält diesen terrorisierenden Wartestand ... ⇒ [mehr]

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