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Passagen zu: Krankheit

"Grundcharakteristikum ist dieser Entzug, diese Verweigerung, das Umgehen, sich-aus-dem-Staube-machen, drum-herum-schleichen höchstens; kurzum eine besondere Form von Opferbetrug apriorischer Inhibition des Eintritts in den Opferzusammenhang, unter Umständen aber abgedeckt, in der Maske des Gegenteils, »fiktional«! Dies Gebaren aber soll eben Aneignung, Inbesitznahme, Okkupation sein: Einstreichung der Prämie ohne vorhergehende ... ⇒ [mehr]

"Krankheit macht die Leidenschaft, die Passion schließlich aus, die Vorausgesetztheit der gesamten Schulddimension in derjenigen der vollen Scham als Grenzwert der Binnenkritik dieses Apriori selber zu vernichten; den Terror der absoluten Hülle wie mit einem letzten Gegenschlag um des Körpers willen zu treffen; den allbewiesenen Schuldgott mit seinem aberwitzigen Widerspruch selbstgenugsamer Exkulpiertheit zu seinem Opferterrorismus gegen die ... ⇒ [mehr]

"Krankheit - das ist das unmögliche Ansinnen, den Vorbehalt der inneren Dingverfassung zerstören und zugleich in Gänze respektieren zu wollen. Ein letztlich tödlicher Widerspruch, der den Tod allererst erschafft, dilatiert in den partiellen Toden von Krankheit. Normalität, das ist entsprechend die Einhelligkeit der Vorbehaltseinräumung, welche die blinde (konsumatorische) Teilhabe an der Gewalt dieses Vorbehalts gewährleistet." ... ⇒ [mehr]

"Das narzißtische Übertragungsextrem der Verdinglichung als der paradoxe Zusammenfall von letzter Aufwertung und letzter Abwertung im Sprung von den Personen zu den diese ersetzenden Dingen, das ist bereits das allenthalben verdeckte Motiv der Herstellung von Dingen und mitnichten eine kranke narzißtische Zutat zu denselben, die man von diesen therapeutisch abziehen könne. (...) Was aber ist dann Krankheit? Krankheit ist die Spürbarkeit der ... ⇒ [mehr]

"Krankheit, das ist nichts anderes, als die Exkulpationsverheißung der Ichautonomie buchstäblich zu nehmen, also beides widersprüchlicherweise in einem disponieren zu wollen: diesen Gewaltverschluß und seine Geöffnetheit instantan. Nur daß die geöffnete Ichautonomie, die Bewußtseinsofferte dieses Unbewußten, dies Trugbild selber vorspiegelt. Widerstand als die Identität von Krankheit und deren Gegenteil." ... ⇒ [mehr]

"Es hat nun den Anschein, daß Krankheit am Ort des Gebrauchs die Untat der Herstellung derart schutzlos reminisziert, daß der Gebrauch ausfallen muß. Das kann man wohl so ausdrücken - des Schuldaufkommens ebendort wegen. Doch die Verhältnisse sind komplizierter, insofern diese Reminiszenz kein freier Aufklärungsakt ist, vielmehr sich einem anfänglichen Fehler sozusagen verschuldet: dem Fehler zu meinen, daß keine Tötung/kein Opfer ... ⇒ [mehr]

"... daß Krankheit zwar den Bann der Realitätstautologie traumatisiert, doch just in einer Weise, die dies kleine Pathologieerdbeben ganz auf seinen Ursprungsort rechtens zurückdrängt und ebendort wieder auslöscht. Pathologie selber deplaziert die Auflassung des Unbewußten, setzt den Teleologie/Disteleologiemechanismus, die Wiederschließung, in Gang, verurteilt, diskriminiert die unbewußte Gegenrealität als Irrationalismus. Die ... ⇒ [mehr]

"Wie immer besteht das Pathologieproblem darin, den Schuldaufriß, dermatologisch hier am Körper-Ding-Übergang als solchem (de)plaziert, zu fliehen; Pathologie als frustrane Schuldflucht. Man muß sich schon eine ganze Menge, ganze Systeme von Schuldfluchten einfallen lassen, wenn es etwa der Bedrängnis einer Therapie wegen nicht mehr vergönnt ist, das selbstsanktionelle Leiden, so es ein solches ist, als abschließende hermetisierende Sühne ... ⇒ [mehr]

"Organismusgenerisch pathogen rückeinschneidet sich das Ding in den Körper (»en soi« in »pour soi«, Nichts in Sein) und veranlaßt derart diesen, instantan sich in jenes hineinzutotalisieren. Was, wenn es gänzlich gelänge, ja das Gottesphantasma, der Tod wäre. Organismusgenerisch in einem jedoch pathogen gibt sich dieser (vor)grundlegende Metaphysikprozeß immer dann, wenn sich Körper und Ding, zunächst seinsförderlich ... ⇒ [mehr]

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