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Passagen zu: Oedipuskomplex

"Grundlegend ist und bleibt (allen gegenteiligen Beteuerungen zum Trotz) der Ödipuskomplex. D.h. aber der humanistische Fundamentalwunsch der Selbstgründung durch die Aneignung des eigenen Ursprungs, generationssexuell formuliert: der Eltern in der Gestalt von »Vatermord« und »Mutterinzest«.
Das Strukturmodell »beschreibt« nichts anderes als den Vorgang eben der Selbstgründung im Sinne intrapsychischer Prozesse: das Ich, gar auch noch ... ⇒ [mehr]

"Der säkulare Inbegriff der wissenschaftlichen Metaphysik Psychoanalyse, das ist der Ödipuskomplex. Leicht einzusehen weshalb: er enthält die ganze Transzendenzbewegung, den Jenseitsbegriff der Psychoanalyse, das Jenseits als restlose Selbst-ständigkeit, Autonomie, Autarkie, Absolutheit/Unbedingtheit. Denn: Vatermord und Mutterinzest zwecken auf das Phantasma ab, daß das Kind, vornehmlich der Sohn, sich selbst als es selbst seine eigenen ... ⇒ [mehr]

"Der Ursprung der Schuld oder wenn man es so will: der Todestriebzusammenhang wird durch den Ödipuskomplex verdeckt. Diese psychoanalytische Reduktion des Schuldproblems, um den Ödipuskomplex zentriert, betrifft freilich nur einen Sektor dieses Problems - allerdings einen entscheidenden, besonders heiklen Sektor desselben, nämlich die familial geregelte Reproduktion der Gattung Mensch, die Generationssexualität, mit der es die herkömmliche ... ⇒ [mehr]

"Ebenso das Mädchen reklamiert den Vater, den Dritten im Bunde, um sich von der Mutter abzusetzen, und ihre, also zweckgebundene, Liebe zum Vater schlägt in verzweifelten Haß gegen ihn um (die Terroristin!), wenn er es, die Tochter, nicht von der Mutter abzuziehen versteht, sie vielmehr an sie, in beider quasi natürliche Homosexualität, zurückfallen macht. Welch väterliches Versagen darauf hinausläuft, die ... ⇒ [mehr]

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