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Passagen zu: Schuld

"Die Drogenproduktion ist die Gottesgenese selber; Dingniederschlag der Disponibilitätsrepräsentanz des organlosen Körpers als Pflanzlichkeit und Pflanzenauszug, rückwirkend auf den Menschorganismus als dessen peremptorische Exkulpation. Von wegen Unschuld der Pflanzen - ob drogenstofflich im engeren Sinn oder nicht, sie sind (eben wenn nicht) das Schuldakkumulat des Gottes selber ohne dramatisch imponierender Todestransit ins ... ⇒ [mehr]

"Sucht, das ist die Schuldvernichtung als letale Schuldakkumulation im Körper als Korrespondenz zu den Waffen. (Wen kann es noch wundern, daß Sucht die Pathologie-Signatur der Epoche ist? Je souveräner nämlich die Disposition der Hülle, der unendlichen Superfizialität, umso vehementer auch die Versuchung, diese kollapsische Großartigkeit, die sich dingabdriftend progredient entzieht und sich in sich hinein verschließt, subjektiv direkt ... ⇒ [mehr]

"Krankheit macht die Leidenschaft, die Passion schließlich aus, die Vorausgesetztheit der gesamten Schulddimension in derjenigen der vollen Scham als Grenzwert der Binnenkritik dieses Apriori selber zu vernichten; den Terror der absoluten Hülle wie mit einem letzten Gegenschlag um des Körpers willen zu treffen; den allbewiesenen Schuldgott mit seinem aberwitzigen Widerspruch selbstgenugsamer Exkulpiertheit zu seinem Opferterrorismus gegen die ... ⇒ [mehr]

"Der Ursprung der Schuld liegt jenseits des ödipalen Elternverhältnisses; er ist elternlos. In dieser seiner verkannten Überbietung des ödipalen Elternverhältnisses ist er so etwas wie gewußte Sterblichkeit. Gewußte Sterblichkeit - das heißt, daß die Körpermitgift des Menschen menschwerdend aufreißt zur dinglich-toten Selbstveräußerung dieser Mitgift hin und daß diese Veräußerung zugleich zum trügerischen Rückhalt letztlich der ... ⇒ [mehr]

"Der gesamte noch so fortschrittliche Zivilisations- und Kulturprozeß wird das Stigma von Gewalt und Schuld nicht los, ja, je nachdrücklicher das Exkulpationsbegehren und die Exkulpiertheitsbehauptung, umso drohender gerät die Gewaltaufladung derjenigen Gebilde, in die hinein die betreffende Schuld vermeintlich verschwinden gemacht worden sei. Demnach wäre die Todestriebtheorie lesbar zu machen als die psychoanalytisch umfassendste Genealogie ... ⇒ [mehr]

"Es gibt kein schuldiges Subjekt, wenngleich in Psychopathologie ausschließlich über Schuld gehandelt wird (...). In der sich verlierenden Schuldverschiebung in die Generationenfolge hinein zurück fehlen die Synchronie der Dinge (in der Art technologischer/institutioneller Querschnitte sozusagen), und vor allem die überfällige Verabschiedung jeglicher Katharsis, also der einschlägigen Methoden der Schuldverschiebung letztlich unter dem ... ⇒ [mehr]

"Die ontologische Grundkategorie der Ausschreitung in schuldlogischer Hinsicht: das Ich als der schaffende Tod, das - ontologisches eschaton - die gesamte Schuldmasse absorbierte und menschliches Leben insgesamt als Vorzeitspiegelung in dieser Todeserfüllung entsühnte, wenn es ihm gelänge, dieses Leben restlos maschinell zu reproduzieren: Icheschaton der absoluten Differenz wechselseitiger Totalfreigabe des Differenten, Koexistenz von Göttern ... ⇒ [mehr]

"Der Schuldinbegriff Autarkie - mit dem Tode bestraft restlos ent­sühnt und als unschuldiges ontologisches Produktionsfundament, Ich, disponiert - macht sich schuldig ob des parasitären Wesens der Attraktion und Kohärierung von Form und Stoff, die darin das Opferverhältnis der Aufzehrung dieses durch jene, wie es scheint einvernehmlich, eingehen. Und nur wenn dieses para­sitäre Wesen sich der Höchststrafe dafür preiszugeben bereit sein ... ⇒ [mehr]

"Etwas verursachen, das heißt, dieses verschulden; das Verursachte verschuldet sich seiner Ursache; die Rückführung eines verursachten Etwas auf seine Ursache, das ist jenes Schuldeingeständnis. (Allzeit der »Satz des Anaximander«!). Wie aber muss sodann die Verschuldens­instanz, die Ursache, gar die letzte, schuldbetreffend beschaffen sein? (So die ganze Gotteswiderlegung als höchster Beweis auch:) Indem sie alle Schuld strictissime ... ⇒ [mehr]

"Der Ursprung der Schuld oder wenn man es so will: der Todestriebzusammenhang wird durch den Ödipuskomplex verdeckt. Diese psychoanalytische Reduktion des Schuldproblems, um den Ödipuskomplex zentriert, betrifft freilich nur einen Sektor dieses Problems - allerdings einen entscheidenden, besonders heiklen Sektor desselben, nämlich die familial geregelte Reproduktion der Gattung Mensch, die Generationssexualität, mit der es die herkömmliche ... ⇒ [mehr]

"Daß das Mittel, die Sexualitätsdurchdringung je der Selbsterhaltungsmaßnahmen, sich zum Selbstzweck derselben überhebt, diese Übertreibung, nimmt Suchtcharakter an, dient also der Entschuldung der Gewalt dieser Maßnahmen, und bildet die Grundlage diesbetreffender pathologischer Entgleisungen. Und nochmals: Alle Akte der Überlebenssicherung zeigen sich suchtdurchtränkt sexualisiert, enthalten in sich den ... ⇒ [mehr]

"Es hat nun den Anschein, daß Krankheit am Ort des Gebrauchs die Untat der Herstellung derart schutzlos reminisziert, daß der Gebrauch ausfallen muß. Das kann man wohl so ausdrücken - des Schuldaufkommens ebendort wegen. Doch die Verhältnisse sind komplizierter, insofern diese Reminiszenz kein freier Aufklärungsakt ist, vielmehr sich einem anfänglichen Fehler sozusagen verschuldet: dem Fehler zu meinen, daß keine Tötung/kein Opfer ... ⇒ [mehr]

Man wird sagen können, daß die Gesamtheit der "Zivilisation" (Technik/Institution etc.) - als Dingekstatik des Körpers - das Schuldgewissen selber ist. Zivilisation nämlich ist anfänglich von der Anmaßung stigmatisiert, den Körper nicht nur zu überbieten, sondern abzuschaffen: die absolute Differenz zwischen Körper und Ding derart zu überziehen, daß beider zugleich gegebene Identität (Homogeneität) einseitig bloß noch als die der ... ⇒ [mehr]

"Die Ent-schämung/Schamrealisierung muß demnach auf das Phantasma der Absolutheit der Hülle/der Dinge überhaupt aus sein, inklusive der Jurisdiktion derselben als split-diskriminative Korruptivität des also gegenteiligen Menschkörpers: Kopfstand der wahren, in Scham gesichteten Verhältnisse. Um diese fatale Abendlandleistung aber auf Dauer stellen zu können, bedarf es der Invention der Schuld. Schuld: immer das Sich-Verdingen des Körpers ... ⇒ [mehr]

"Das Fundamentalverbrechen, der Sündenfall, besteht nicht so einfach im Vatermord, vielmehr im Vermögen der Repräsentation, zumal wenn es sich in seine Letztgestalt, Dingschaffung, hinein sättigt; im Ansinnen der Ding(Selbst)phantasmatik (...). Und, darin eingegeben, ist (in letzthuldigender Vernichtung) mitnichten nur der Vater, vielmehr zuerst der Mutterkörper (nur noch in Vernichtung), und dies mit Hilfe des überleitenden Tochterstatus, ... ⇒ [mehr]

"Wie immer besteht das Pathologieproblem darin, den Schuldaufriß, dermatologisch hier am Körper-Ding-Übergang als solchem (de)plaziert, zu fliehen; Pathologie als frustrane Schuldflucht. Man muß sich schon eine ganze Menge, ganze Systeme von Schuldfluchten einfallen lassen, wenn es etwa der Bedrängnis einer Therapie wegen nicht mehr vergönnt ist, das selbstsanktionelle Leiden, so es ein solches ist, als abschließende hermetisierende Sühne ... ⇒ [mehr]

"Eine Annäherung an den »primären Masochismus« läßt sich durch den Umstand herstellen, daß die obligaten Gewaltdeterminanten adaptiver Sexualfunktionen durch die entsprechenden Lustprämien - Stimuli, Konservantien, ja seinen Zweck vergessendes Eigenpropositum - allererst in die Gänge kommen. Denn ohne Essensgenuß würden wir uns am Essen »unsterblich« verschulden und schließlich verhungern; ohne die sadomasochistischen ... ⇒ [mehr]

"Schuld, die allemal ja in Gewalt ihrer, wehrend, sich zu entäußern intendiert (siehe die Abtretung der Sterblichkeit - Mysterium der »Projektion« - an die derart sich mit letaler Gewalt chargierenden Dinge). In der »Produktion« sorgt dafür die kriminelle Schändung des Naturstoffs, scheinabgegolten im »Opfer der Arbeitskraft« In der »Zirkulation«, intersubjektivitätsgebürtige Geburtsstätte des "Warentauschs«, das zum Himmel ... ⇒ [mehr]

"Die grundlegende Schulddimension macht so etwas wie die »Urschuld« aus (...). »Nachfolgende Schuldvorkommnisse« - sie laufen alle darauf hinaus, den Bann der »Urschuld«, der diese stellvertretenden basalen Traumatik, zu brechen. Und es scheint menschliches Schicksal zu sein, je nach Schwere­grad der ursprünglichen Verletzungen, es mit dem Ablaß (»venia«) der­selben, äußerst schulderzeugend wiederum, zu übertreiben: will sagen: das ... ⇒ [mehr]

"So etwas wie das volle Gewissen (Mitwissen, conscientia) wäre die Komplizität der Scham selber; das Mitwissen der Unmöglichkeit der Heterogeneität des absoluten Gottes, das Mitwissen dieser Misere als Menschheitsunheil. (...) Allemal aber muß dieses Scham-Mitwissen untergehen, um der alleinigen Herrschaft der Schuld willen, des üblichen moralischen Gewissens also als der Instanz des Nichtwissens schlechthin. Schuld - die ... ⇒ [mehr]

"Die besagte »Urschuld«, die »Erbsünde«, die mit dem Tode bestrafte kreatürliche Gottesanmaßung, treibt den Gottesbegriff als die Errettung vor diesem fundamentalen Vergehen hervor: die schiere »Unsterblichkeit«, Grundartefakt dann aber, das nicht nicht wiederum, abgeleitet, ob seiner notwendigen Anmaßung, nichts als verschuldet. Und so gerät man, spitzenmenschlich, vom Regen der Urverwerfung in die Traufe der unabdingbar höchst ... ⇒ [mehr]

"Schuldlogisch ist das ontologische Eschaton, das wir uns zu denken unterstehen, die Aufhebung der ontologischen Zentralkategorie Schuld. (...) Auf der einen Seite absorbiert die herrschaftliche Totalität des Todes-Ich, rein für sich als Aufhebung jeglichen Für-sich - die höchste Ehrung des absoluten Herrn, der in seiner unüberbietbaren Vorbehaltlichkeit sich zu ebenso unüberbietbarer Generösität herbeilassen kann - hier also absorbiert ... ⇒ [mehr]

"Es ist die ur-sprüngliche Schuld der - zugleich erlittenen - Gewalt des Werdens, des Hervortritts, der Geburt; die tödliche Letztverlassenheit des plötzlichen Allesseins. Und um nicht sogleich daran zu vergehen, muss der vermeintliche Rückfall, Geburtswiderruf, die regressive Gewalt des Trugs der (Wieder-)Vereinigung, her - sich steigernde Schuldfortsetzung so, in der Art des wiederum tödlichen Allinzests, wenn sich nicht bereitfindend ... ⇒ [mehr]

"Schuld hingegen gewährlos präpariert den Übergang desolater schamver­seuchter bodenloser Kreaturgewordenheit in deren Negativ-Stabilisation, die zugleich geflohene Übernahme des Menschheitsfatums der Sterblichkeit, mit der skeptischen Providenz, in das entsühnende Opferverhältnis mit dem allbeschämenden grausamen Gott eintreten zu können. Nur daß die so in Schuld mutierte Scham, daß diese hypokritische Exkulpationsrechnung - gipfelnd ... ⇒ [mehr]

"Im Absturz des Begehrens, die Alterität des Nutriments selbst zu sein, werde ich initial Schuld-selbstreferentiell krank, gebe den Selbstbezug her sodann zum schuldigen Körper, transformiere denselben in dessen depressive Schuldbefindlichkeit, hebe diese in die neutralisierende Selbstansicht desselben auf, und beziehe diese wiederum so auf sich selbst, daß sie abzuheben beginnt, um abzustürzen und so fort. So der Progreß/Regreß gelingender ... ⇒ [mehr]

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