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Passagen zu: Sucht

"Sucht, das ist die Schuldvernichtung als letale Schuldakkumulation im Körper als Korrespondenz zu den Waffen. (Wen kann es noch wundern, daß Sucht die Pathologie-Signatur der Epoche ist? Je souveräner nämlich die Disposition der Hülle, der unendlichen Superfizialität, umso vehementer auch die Versuchung, diese kollapsische Großartigkeit, die sich dingabdriftend progredient entzieht und sich in sich hinein verschließt, subjektiv direkt ... ⇒ [mehr]

"Nicht zuletzt ließe sich Sucht darstellen als die Aussetzung von Schlaf und Erwachen und als die Totalisierung des Traums, der seine Doppelpointierung auf diese beiden identischen Extreme hin dann verlöre. Nur noch Traum als Dauerausdruck des Begehrens selber, der keiner mehr sein kann, seiner Aufschiebungsmechanismen und der Schlafens-/Erwachenswiderlegung des Nicht-Aufschubs verlustig geht. Das kränkende Tun, die eigene Aktivität, muß ... ⇒ [mehr]

"Primär süchtig sind die Medien selbst als solche (...), und die Süchte der Körper entsprechend nachgeordnete Kopien der orginaliter vorangehenden der Dinge selbst: die besagte, deplazierte, kausal nicht darstellbare Mimetik.
Sucht - was heißt das? Die Absolutheitsintimität; der Gottesstatus, aller Mangel/»Seinsmangel« indizierenden Differenzen ledig zu sein, versammelt: des Basisdefizits der Zeitlichkeit, also des Todes." ... ⇒ [mehr]

Überfällig also ist die Metabolismus-Gnosis, Stoffwechselphilosophie (gewiß anknüpfbar insbesondere an deren Idealismus-Version, die Hegelsche Dialektitk), patho-gnostisch präziser Suchttheorie. Normalität = das Unbewußte der Sucht selber: Sucht - diese Spitzenkrankheit unserer Epoche - ist entsprechend notorisch die Duplikation der Normalitätsphantasmagorie konsumatorisch erfüllter Indifferenz im Ort der Fühlbarkeit. Freilich gibts ... ⇒ [mehr]

"Daß das Mittel, die Sexualitätsdurchdringung je der Selbsterhaltungsmaßnahmen, sich zum Selbstzweck derselben überhebt, diese Übertreibung, nimmt Suchtcharakter an, dient also der Entschuldung der Gewalt dieser Maßnahmen, und bildet die Grundlage diesbetreffender pathologischer Entgleisungen. Und nochmals: Alle Akte der Überlebenssicherung zeigen sich suchtdurchtränkt sexualisiert, enthalten in sich den ... ⇒ [mehr]

"Das Schlagwort von der Süchtigkeit aller Körper meint keine Epochen­schelte, vielmehr die Benennung eines quasi anthropologischen Elements der körperlichen Grundverfassung, nämlich - durchaus im Sinne des Freud'schen »primären Masochismus« als Philosophem - das apriorische Zuwiderhandeln des in diesen seinen Taten betrügerischen, doch lebens­erhaltenden Eros gegen alle Annoncen von Thanatos: die erhebend absorptive Abdeckung der ... ⇒ [mehr]

"Die nosologische Atopie der Sucht imponiert; sie ist nicht von ungefähr, denn Sucht geht über Krankheit hinwiederum indifferenzierend hinaus. Als freie Usurpation des Todes/des Gottes wie aus dem Nichts, wodurch sich dieser Ursprung umso mehr und kulminativ in seine Unmöglichkeit hinein vorbehält, hat diese Krankheitsüberbietung es ja auch an sich, die üblichen Krankheitsätiologien zunichte zu machen - man wird immer auf das skandalöse ... ⇒ [mehr]

"Mindest paßt es zu diesen Charakteren, daß mit dem Trinken sich die Sphäre der Erinnerungs-, der Besinnungslosigkeit, um nicht zu sagen: (dubioserweise) der schieren Unschuld, evoziert: die tiefe Amnesie der intrauterinen Plazenta-Bluternährung, die flachere der extrauterinen Laktation, immer auch darin, (und freilich isolierbar) das Wasser-Universale: Wasser-Lethe immerdar. Und folgerichtig führt die unvermeidliche Passion der Perennierung ... ⇒ [mehr]

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