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Passagen zu: Todestrieb

"Mensch, sich selbst nicht gewachsen, sei das Gewaltwesen schlechthin. Und das macht die Letztemergenz des menschlichen Selbstbewußtseins, die Schlußprätentiose Sichwissendenwissens, in ihrer ganzen inkompatiblen Kontradiktion zu unserer Sterblichkeit, der unaufhebbaren Arepräsentativität des Todes, probate Selbstbeschwörung seines perpetuierten Entzugs. »Todestrieb« - Fundamentaltestimonium menschlicher Wesensnot, entropisch endlos am ... ⇒ [mehr]

"Der Gipfel der Menschwerdung unserer Breitengrade: die Ausscheidung des Todes wendet sich als die Tödlichkeit dieses Todesexkrements gegen die also sich opfernde Fühlbarkeit als deren Tötung, letztlich dergestalt, daß sich dieses Todesexkrement selbst in einem damit umbringt. Wunschmaschinengipfel, und dazwischen, im Aufschub dieser Erfüllung, die notorischen Fetischismen, durchsetzt von Krankheit allenthalben, die den peremptorischen ... ⇒ [mehr]

"Der gesamte noch so fortschrittliche Zivilisations- und Kulturprozeß wird das Stigma von Gewalt und Schuld nicht los, ja, je nachdrücklicher das Exkulpationsbegehren und die Exkulpiertheitsbehauptung, umso drohender gerät die Gewaltaufladung derjenigen Gebilde, in die hinein die betreffende Schuld vermeintlich verschwinden gemacht worden sei. Demnach wäre die Todestriebtheorie lesbar zu machen als die psychoanalytisch umfassendste Genealogie ... ⇒ [mehr]

"Eros wirkt ausschließlich von Gnaden des Todes, gewiss, zugleich aber gegen ihn. Eine absurde These: Das Geschöpf wendet sich, wie ödipal en gros, gegen den Schöpfer? In der Tat - so stellt sich eine Paradoxie ein: dem »Todestrieb«, in Selbstwiderspruch verfangen, die eigene Entmachtung, Selbstentmachtung, passager jedenfalls, einzuräumen, will sagen: das genuine Lebensziel Tod, den Kurzschluss der Zielerreichung (Erzeugung instantan ... ⇒ [mehr]

"Eros, Abgesandter des Todes, hat zur Pflicht, eine Lebensschleife in Thanatos' zynischer Allgewalt in der Art von rettend verderbenden Mystifikationen auszubilden, überhaupt und im besonderen. Sein Mittel dafür ist die Verführung zum Gewalterleiden und zur Gewaltausübung sowie a fortiori zur dinglichen Gewaltentäußerung, die sich selbst martialisch-destruktiv wiedereinholt.
Erosfunktionen:
- mimetische Todesparierung Todestrieb
- ... ⇒ [mehr]

"Todesabwehr - bereits des Todestriebs erster Teil besteht in Todesabwehr, und der Todestrieb wäre dementsprechend der Defensivvorgang schlechthin. (...) Wie aber des einzelnen nimmt sich der Todestrieb, paradoxerweise Todesabwehr, aus? Welcher Abwehrmechanismus ist in dieser Dimension der »letzten Dinge« am Werk? Es ist die »Identifikation mit dem Aggressor« - man ist versucht, freudianisch metaphysisch zu sagen: die Uridentifikation mit ... ⇒ [mehr]

"Was nämlich will der Todestrieb zum Ausdruck bringen? Nichts als die größte Passion der Menschheit, den Tod zu quittieren - und damit den ganzen Horror des Todes allererst zu erschaffen. Ferner in allen Überlebensmodi, der Kulturproduktion, ausweglos an den Tod in der Art von dessen vorerst rettender Gewaltinversion gefesselt zu bleiben. Und für dieses Hominitätsschicksal keinerlei subjektiv-moralische Verantwortung ausmachen zu können." ... ⇒ [mehr]

"Der Todestrieb referiert, wie es der Name ja schon sagt, auf das Tote selbst als solches. Welche Perversion, welche Nekrophilie! Aber nein - diese skandalöse Referenz/Reverenz zweckt nämlich darauf ab (...), des eigenen Ursprungs inne zu werden - Freud: der Herkunft des Organischen aus dem Anorganischen -: sich selbst also im Tode zu überleben, auf dingliche Leichenweise volles lebendiges Selbstbewußtsein zu sein. So daß man, ein wenig ... ⇒ [mehr]

"Es gilt die These, daß Dinge Todesrepräsentanzen, aufgeklärt: Todes-nicht-Repräsentanzen, nämlich Todestriebrepräsentanzen seien. Jener Begriff besagt die Phantasmatik des Dingphantasmas, dieser hingegen dessen Kritik. Eine Art der Kritik indessen, die das Kritisierte in keiner Weise zu beseitigen befähigt ist; folgenlose Kritik demnach ohne Alternative.
Inbegriff dieser frustranen Kritk: per definitionem ist der Tod ... ⇒ [mehr]

"Der »ursprüngliche Sadismus« als die rettend heillose Umwendung der Sterblichkeit in tötende Gewalt stellt die menschlichen Schöpfungen unters Stigma letztlicher Destruktivität - Kultur ist »Kultur zum Tode«. Die Exekutive aber dieser ursprünglichen Differierensweise ist noch und noch, mehr und mehr, die (neuzeitliche) Wissenschaft, hier, in unserem Kontext der Wissenschaftskritik, auf den Punkt der Objektcharakter eines jeglichen, ... ⇒ [mehr]

"Speziell nun der Triebgipfel »Todestrieb«, beansprucht als »Urabwehr« des Todes, läßt den Gesamtbestand homogener Triebe (»Ödipuskomplex«, »Narzißmus«) wesentlich zu »ursprünglichen« hypertrophen Todesabwehren werden, und die »Abwehrmechanismen« fungieren dann als »eigentliche Abwehr« der »ursprünglichen«. Entsprechend rückt der Tod in die Position des Triebultimatums.
Die Todesabwehr im ganzen erfüllt sich, ihres ... ⇒ [mehr]

"Todestrieb: die veritable Triebhaftigkeit, den lebendigen Körper zum toten Körper/Leiche zu machen; und dies nicht im Sinne des Sterbenwollens, vielmehr um lebend tot zu sein zum einzigen Zweck der Schuldabsolution im Ganzen. Also besteht der Todestrieb darin, daß ich mich, den sterblichen Körper, mortal dopple in der Schaffung der Repräsentativität überhaupt, dem Vertretungswesen, ultimativ hin bis zu den Dingen." ... ⇒ [mehr]

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