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Passagen zu: Traum

"Die pathognostische Aufnahme des Traums findet ihre Stringenz im Umstand, daß dieser, wie eine abweichend (ausnahmsweise) binnensichtige, rein sich selbst nur betreffende Gnosismaschine, Alles und Jegliches, philosophisch entschlüsselnd, überwiegend aber bei sich behaltend, hindurchzujagen vermag, wie eine epistemologische Extramühle, größtenteils selbstnutritiv indessen, zermahlt." ... ⇒ [mehr]

"Es spricht alles dafür, daß jeder Traum eine Art von Krisis der Hülle als der Traumrepräsentation selber vollführt. Der Erwachensgrund wäre dann die drohende Entblößung. Botschaft des Traumes: der Stand der Hüllenkrisis, immer rückbeziehbar auf den entsprechenden reflexiven Körper." ... ⇒ [mehr]

"Nicht zuletzt ließe sich Sucht darstellen als die Aussetzung von Schlaf und Erwachen und als die Totalisierung des Traums, der seine Doppelpointierung auf diese beiden identischen Extreme hin dann verlöre. Nur noch Traum als Dauerausdruck des Begehrens selber, der keiner mehr sein kann, seiner Aufschiebungsmechanismen und der Schlafens-/Erwachenswiderlegung des Nicht-Aufschubs verlustig geht. Das kränkende Tun, die eigene Aktivität, muß ... ⇒ [mehr]

"Der träumende Schlaf - das Spiel von »Verschiebung« und »Verdichtung«, kurzum des Aufschubs (»différance«) innerhalb der »Rücksicht auf Darstellbarkeit« - ist nicht nur ein zwingendes Modell des traumatischen Seinsverhältnisses in den unmöglichen Nichts-Grenzen, wissenschaftlich zumal, selbst vielmehr die vor- und nachträgliche Bildungsstätte dieser Welt/von Welt überhaupt." ... ⇒ [mehr]

"Wenn immer die somnialen Gehalte (im Unterschied zur Ablauf­form des Traums) nicht der Heterogeneität einer subjektiven Determination überantwortet werden; wenn, ganz anders (nämlich in der Tradition des leicht heterodoxen Silbererschen »funktionalen Phänomens«, der „Autosymbolik"), jene, die Traum­inhalte, nichts als Selbstdarstellungen/Eigensymbolisierungen dieser, der somnialen Operationsweisen, ausmachen - so in aller Kürze die ... ⇒ [mehr]

"Das anscheinend gefährdete Subjekt, bleibt, nichtsdestotrotz, der - wenngleich vollends heteronomisierte, ja wie gar kontingente - Ersinner der somnial selbstreferentiellen Inszenate, ebenso nach der Maßgabe derselben Ubw-Bildungsgesetzen wie derjenigen der psychoanalytisch klassischen hypostasierten Intersubjektivität - bis dahin, daß der Traum selbst - der »paradoxe Schlaf« - als repräsentantische Abwehr des tiefschlaflich ... ⇒ [mehr]

"Funktional insichhinein aktualisiert, fungiert der Traum - ubiquitär sein paradoxales Wesen! - notorisch als »Hüter des Schlafs«, nicht weniger aber als dessen Gegenteil: der Schlafzerstörung. Dem Ende zu - dem Dauerende seiner selbst, das er als Ganzer ist - läuft er allemal auf die entschuldigende Selbsterklärung, sich, trotz aller erdenklichen Mühen, nicht erhalten zu können, sich leider aufgeben zu müssen, hinaus; auf die ... ⇒ [mehr]

"Das »funktionale Phänomen«" bestimmt sich durch den somnialen Sonderfall, daß die Traumarbeit selbst mit ihren Gesetzmäßigkeiten das Thema der Traumarbeit ausmacht; Freudianisch ausgedrückt: der latente Traumgedanke, der durch die Traumarbeit in den manifesten Trauminhalt übersetzt wird, ist ausnehmend die Traumarbeit als solche. Also handelt es sich um ein Phänomen der Selbstreferentialität, sofern die somnialen Operationsmodi sich ... ⇒ [mehr]

"Beide Stasen [der Traumenden und der Tiefschlafträume] hängen derart miteinander zusammen, dass im Vorgang des Erwachens der Traum in den Tiefschlaf momentan zurückschnellt, um vorwärts dann über sich selbst hinwegzuspringen - ins Wachen. Die häufigen Erstarrungen zum Traumende hin stellen diesen Rückfall als solchen selber dar. Was nun die Gehalte dieser Stillstände angeht, so wird man behaupten dürfen, dass solche abweichenden Träume ... ⇒ [mehr]

"Phobie als Kurzschluß von Schlaf und Wachen über den Traum weg; dies freilich im Wachen. Dann aber totalisiert sich das epochale Interim Traum zum phobischen Terror. Dieser Kurzschluß ist nichts anderes als die phobiekonstitutive notorische Überwertigkeit des Körpers als Menschwelt im Ganzen: Göttlichkeit der bewußten ding-epikalyptischen Bewußtlosigkeit des Körper-Ding-Zusammenfalls. So daß die phobische Angst als die Rache des Traums ... ⇒ [mehr]

"Zuletzt ist Traum eben wie eine Krankheit, die durch Erwachen rabiat geheilt werden muß, weil sonst der Selbsteingang ins Selbstdouble letal droht. Von hierher könnte man bereits geltend machen, daß Krankheitssymptome, an­haftend, nicht projizierbar, auf die Hypostase des Übergangs des Traums zum Erwachen zurückzuführen sind, sich wie, wie immer auch partialisierte, Erwachensverhinderungen, Inhibitionen dieser Art der ultimativen ... ⇒ [mehr]

"In sich verpaßt der Traum sich per definitionem den Hadesfluß Lethe, nein, mehr noch: ein Weltmeer des Vergessens: der erinnerte Traum je die erinnerbare Spitze eines nicht erinnerbaren Eisbergs. Umso besser, nämlich als Indiz der Ausgeglichenheit des Träumers? Nein, zugleich womöglich umgekehrt die Anzeige eines Übermaßes an gedächnisfeindlichem traumatischem Störfall, als materiales paranoisierendes Entzugspendant zur invers ... ⇒ [mehr]

"Es ist der unablässige Seinsdrang zur Repräsentation, der ultimativen Selbstaperition, des sichernden Auseinander- und Zusammenhalts der darohne ins Nichts abdriftenden, der besagten Extreme der Bewußtlosigkeitsstase/der sich selbst verzehrenden Überhelle - es sind eben diese Existenzialattitüden, die, negentropisch, seinsasservierend perpetuieren. Und denen man es, a fortiori, abnehmen mag, solchermaßen »auf Leben und Tod« uns vor der ... ⇒ [mehr]

"Was man also von Träumen lernen kann? (...) Das humane Schicksal der Repräsentation, der Inbegriff unserer existenzialen Welthabe, steht auf dem Spiel. Indem es, Traum ja nur, den emergency ausmacht, nimmt es sich heraus, sich restlos offenzulegen, wie es ansonsten bloß Symptome, wenn man es so möchte, zu tun pflegen; symptomaffin eh, sofern ja selbst noch das Scheitern der somnialen Halluzination, finales Element derselben, geträumt zu ... ⇒ [mehr]

"In den Bildschirmbildern indifferenzieren sich Tiefschlafen und Wachen (ja, Tod und Unsterblichkeit) zur Permanenz des Träumens. Die beiden Enden, die Bewußtlosigkeit der Selbstreferenz des Ge-hörs (Tiefschlaf und mehr) einerseits und die Bewußtlosigkeit der Selbstreferenz des Ge-sichts (Terminus? Die unsterbliche Seele? Wachen-Wachen, dinglos?) andererseits, die (coincidentia oppositorum) zusammenfallen, werden nicht etwa gekappt - wie auch ... ⇒ [mehr]

"Wenn immer die somniale Re-präsentation den (Wieder-)Gewinn des Vor-stellungs-, des Wahr-nehmungsvermögens wider deren endlich letalen Schwund effektuiert, wenn sie verhindert, dass der tiefschlafende Körper in seinen Unterlagen und Bedeckungen aufginge, dann kann auch gesagt werden, wovor das Träumen rettet. Nämlich vor dem totalen Live, der Präsenz, der Indifferenz, der Inzestvollendung, dem absoluten Narzissmus, dem Todestriebfinale: ... ⇒ [mehr]

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